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NETBOOK
Als Netbook wird eine Klasse einfach ausgestatteter und besonders preiswerter Subnotebooks bezeichnet, die vor allem als portable Internet-Clients gedacht sind. Die Bezeichnung wurde von PC-Hersteller Intel im Februar 2008 eingeführt. In den deutschsprachigen Medien werden neben dieser Bezeichnung diverse Umschreibungen genutzt. Psion Teklogix beansprucht die Bezeichnung "Netbook" für sich. In einem Brief an Webseiten und Portale, die den Begriff in ihrer Berichterstattung verwenden, weist das Unternehmen an dies künftig zu unterlassen – das Recht an der Marke läge bei ihnen.
Netbook - Konzept
Größenvergleich zwischen dem Asus Eee PC 701 und einem Päckchen TaschentücherNetbooks sind im Gegensatz zu konventionellen Notebooks nur spartanisch ausgestattet und besitzen oftmals eine selbst für Subnotebooks sehr geringe Bilddiagonale von 10" und weniger. Die Rechenleistung spielt gegenüber der Akkulaufzeit und dem Preis nur eine untergeordnete Rolle. Im Gegensatz zu einem UMPC, mit dem sie weite Teile der technischen Basis teilen, besitzen Netbooks zumeist keinen Touchscreen und grundsätzlich eine vollwertige, wenn auch etwas kleinere Tastatur. Die Geräte sind vorwiegend für die Internetnutzung, Büroarbeiten und zum Abspielen von Musik oder Videos konzipiert. Umfangreiche Multimediafunktionen, etwa zum Spielen von 3D-Spielen oder optische Laufwerke fehlen diesen Geräten.
Microsoft Windows ist bei diesen Geräten als Betriebssystem aufgrund der Lizenzkosten und der begrenzten Hardware bei weitem nicht so dominant wie bei anderen PCs.
Netbook - Geschichte Die grundlegende Idee, ein sehr kleines und mit nur begrenzter Leistung ausgestattetes Notebook anzubieten, gab es bereits lange vor den heutigen Netbooks, derartige Geräte spielten aber am Markt nur eine untergeordnete Rolle. Ein Beispiel hierfür ist ein damals ebenfalls als "netBook" bezeichnetes Gerät des Herstellers Psion aus dem Jahr 2000.
In den letzten Jahren entstanden dann in verschiedenen Projekten Intels Classmate PC und der OLPC XO-1 von umfangreichen Team, zudem unter anderen der Prozessorhersteller AMD gehört. Beide Geräte sind zunächst als extrem günstige und robuste Notebooks für den Einsatz durch Schüler in Schwellenländern gedacht; ein Verkauf an private Kunden ist hierbei nicht vorgesehen. Auf einer sehr ähnlichen Basis, jedoch für Privatkunden gedacht, entstanden Netbooks.
Das erste Netbook im heutigen Sinne ist der Asus Eee PC 700, der im Oktober 2007 in Taiwan eingeführt wurde und seit Januar 2008 in Deutschland erhältlich ist, wobei der Hersteller aufgrund hoher Nachfrage anfangs ständig mit Verfügbarkeitsproblemen zu kämpfen hatte. Inzwischen sind von diversen Anbietern ähnliche Geräte vorgestellt worden. Bis 2011 wird für diese schnell wachsende Geräteklasse ein Markt von etwa 50 Mio. Geräten erwartet.
Netbook - Marktentwicklung Nach einer Studie des Marktforschungsanbieters Gartner machten Netbooks bereits im zweiten Quartal 2008 3% des weltweiten PC-Marktes aus, bevor viele der großen Anbieter überhaupt derartige Geräte anbieten. Im dritten Quartal 2008 stieg dieser Anteil in Europa, Nahost und Afrika (EMEA) zusammen auf 10%, in den USA auf 5%. Eine andere Studie berichtet von 7,7% für EMEA und nennt mit 2,2 Mio. Geräten erstmals konkrete Zahlen.
Von Analysten wird diese Geräteklasse als ein Risiko für die Marktposition des Betriebssystem-Herstellers Microsoft gewertet, da durch die Konzentration auf grundlegende Funktionen und Internetnutzung das Betriebssystem unwichtiger wird[8] und somit auch erstmals die Weiterentwicklung von benutzerfreundlichen Linuxsystemen von breitem kommerziellen Interesse ist. Das zeigt sich beispielsweise in den Bemühungen von Intel um das Moblin Projekt.[9] Microsoft selbst geht davon aus, dass auf „nur“ 70% aller Netbooks Windows installiert ist; bei Desktop-PCs sind es hingegen über 90%.
Netbook - Software Die Wahl des Betriebssystems für Netbooks unterscheidet sich deutlich von der für andere PCs, da die Leistung begrenzt ist und Lizenzkosten wesentlich mehr ins Gewicht fallen. Das bei anderen PCs derzeit nahezu ausschließlich installierte Microsoft Windows Vista scheidet hier als Betriebssystem aus, da die Leistung typischer Netbooks nur geringfügig über den Minimalanforderungen des Systems liegt und vor allem die Lizenzkosten die Geräte deutlich verteuern würden.
Vor allem in Europa sind die meisten Geräte mit dem eigentlich eingestellten Vorgänger Microsoft Windows XP ausgestattet, dessen Verfügbarkeit speziell für Ultra Low Cost PCs um zwei Jahre bis Juni 2010 verlängert wurde. Hierbei wird die Lizenz je nach Leistung des Systems zusätzlich vergünstigt; die zulässige Ausstattung ist allerdings nach oben begrenzt. Insbesondere sind maximal 1 GB Arbeitsspeicher zulässig; darüber hinaus soll nach Microsofts Vorstellungen Windows Vista verwendet werden. De facto wird diese Begrenzung jedoch entweder ignoriert oder Systeme mit mehr als 1 GB Arbeitsspeicher gar nicht mit Windows angeboten.
Darüber hinaus werden viele Netbooks mit verschiedenen Linux-Versionen ausgeliefert; im Falle des Eee PC beispielsweise mit einer angepassten Version der Linux-Distribution Xandros. Auch laut Intel sollen „die kommenden mobilen Internet-Devices mit Linux laufen“. Neben dem bei Asus eingesetzten Xandros finden sich auch das Fedora-Derivat Linpus (beim Acer Aspire One) [16] und SUSE Linux Enterprise Desktop 10 von Novell als Linux-System auf derartigen Rechnern. Die Geräte von Dell und Toshiba benutzen eine angepasste Ubuntu-Version.
Im Zusammenhang mit der Vorstellung des Atom-Prozessors hat Intel unter dem Namen Moblin ein Entwicklerportal gegründet, auf den man Linux-Kernel-Patches anbietet, die eine weitere Anpassung des Systems an die Stromsparfunktionen der Plattform ermöglichen. Hierfür angepasste Linux-Systeme sind bisher von Xandros und Ubuntu angekündigt. Xandros verspricht hierbei eine Steigerung der Akkulaufzeit um 1/4.
Netbook - Hardware HP 2133 Mini-Note PCDie Hardwareausstattung von verschiedenen Netbooks unterscheidet sich nur wenig. Ein im Vergleich zu normalen Notebooks sehr langsamer Prozessor wird mit einem älteren Notebook-Chipsatz mit integrierter Grafikeinheit verbunden. Als Datenspeicher kommen teilweise Solid State Disks, teilweise 2,5"-Festplatten zum Einsatz.
Die verwendeten Displays haben zumeist eine eher ungewöhnliche 16:10-Auflösung von 1024x600 Pixeln.
Netbook - Prozessor Der Asus Eee 700 basierte noch auf einem Intel Celeron ULV-Prozessor, der von den ursprünglichen 800 oder 900 MHz nochmals um etwa 1/3 gedrosselt wird, um so den Stromverbrauch zu senken. Anfang April 2008 hat Intel die Prozessorfamilie Intel Atom vorgestellt, die speziell für diese Geräte und die in den Anforderungen sehr ähnlichem UMPCs gedacht ist. Auf dieser basiert inzwischen die Mehrzahl der Netbooks.
Einige Anbieter, unter anderem hp, setzen auch auf einen VIA C7, der als preisgünstiger aber deutlich langsamer als die Intel-CPUs gilt. Als Nachfolger ist hier der pinkompatible VIA Nano in Arbeit, der zumindest mit Intel gleichziehen soll. Um diesen herum haben VIA und nVidia eine komplette Plattform für Netbooks und UMPCs entwickelt.
Von AMD gibt es in dieser Leistungsklasse den AMD Geode, und AMD selbst hat auf der CeBIT entsprechende Geräte in einem Interview angekündigt.[21] Bisher sind aber finale Produkte noch nicht am Markt erschienen. Gerüchten zufolge soll in Kürze ein speziell für diese Geräteklasse ausgelegter Prozessor mit 1 GHz und 8 W Stromverbrauch erscheinen.
Derzeit in der Entwicklung befindet sich zudem eine auf die ARM-Architektur portierte Version von Ubuntu Linux, welches auf mit entsprechenden Prozessoren eingesetzt werden soll. Die Fertigstellung ist für April 2009 geplant. ARM verspricht sich einen deutlichen Vorsprung im Stromverbrauch gegenüber Intel.
Netbook - Datenspeicher Durch die Optimierung auf geringen Stromverbrauch, günstigen Preis und kompakte Bauform erscheinen übliche Notebook-Festplatten für Netbooks teilweise überdimensioniert. Aus diesem Grund verfügten die ersten Geräte dieser Klasse ausschließlich über Solid State Disks mit einer Kapazität von wenigen Gigabyte. Festplatten werden in diesen Größen nicht mehr angeboten und würden in den Geräten wesentlich mehr Platz verbrauchen. Mit dem Aufkommen größerer Netbooks mit einer Bilddiagonalen von 9 bis 10" werden jedoch zunehmend konventionelle 2,5"-Festplatten verbaut, die auch wesentlich größere Kapazitäten preiswert ermöglichen.
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